deDeutsch30.03.2026
Das Projekt zur Erweiterung der Primarschule Paul Reinhart in Weinfelden überzeugt mit einer klaren Holzbauweise, hoher Flexibilität und einem respektvollen Umgang mit dem Bestand. Im Zentrum stehen ein effizientes Tragwerkskonzept, modulare Strukturen und eine materialgerechte Konstruktion, die langfristige Nutzungen ermöglicht.
Mit dem Gewinn des Wettbewerbs zur Erweiterung der Primarschule Paul Reinhart stärkt die Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG ihre Kompetenz im modernen Holzbau für Bildungsbauten. Das Projekt setzt auf eine materialgerechte, wirtschaftliche Konstruktion, die Flexibilität, Dauerhaftigkeit und einfache Anpassungen im Betrieb ermöglicht. «Pauli und Paulina» stammt von Alma Maki Architekten GmbH, Basel (Tom Knopf), mit Antje Gamert – Architektur und Landschaft GmbH sowie WMM Ingenieure AG.
Alma Maki überzeugte im Wettbewerb mit einem konsequenten Weiterbauen des Bestands. Statt auffälliger Neubauten werden rund 20 % der Flächen neu organisiert und effizienter genutzt, ergänzt durch gezielte Eingriffe nur dort, wo sie funktional notwendig sind. Die Haltung, bestehende Substanz als Ressource zu verstehen und weiterzuentwickeln, war ausschlaggebend.
Projektseite Alma Maki Architektur, Basel
Ebenso überzeugten die sorgfältige Analyse und das tiefe Verständnis für die vorhandenen Strukturen. Das interdisziplinäre Team bündelte architektonisches, handwerkliches und planerisches Know-how und entwickelte über Monate hinweg eine stimmige Lösung, die Risiken in der Umsetzung reduziert.
Das Tragwerk basiert auf einem hybriden Holzskelettbau mit ergänzenden Wandscheiben. Diese Kombination ermöglicht grosse Spannweiten, offene Grundrisse und vielfältige Sichtbezüge. Die Fassaden wechseln zwischen geschlossenen Holzrahmenbauelementen und transparenten Fensterflächen. In die Fensterfront integrierte Stützen folgen einem klaren Raster und verbinden Konstruktion und Architektur zu einem präzisen Gesamtbild.
Der Wechsel von tragenden Wänden und punktuellen Stützen im Inneren schafft hohe Anpassungsfähigkeit für Unterrichts-, Gruppen- und Gemeinschaftsbereiche. Ein zentraler Lichthof mit radialem Stützen- und Unterzugssystem sorgt für grosszügige Tageslichtführung und Orientierung.
Die Geschossdecken sind als Hohlkastenelemente ausgeführt und übernehmen neben der Tragfunktion auch Schallschutz und Haustechnik. Installationen können integriert werden, ohne die Struktur zu beeinträchtigen. Gleichzeitig dienen die Deckenscheiben der horizontalen Aussteifung und leiten Kräfte aus Wind und Erdbeben ab.
Der Brandschutz ist integraler Bestandteil: Die Holzstruktur erfüllt die Anforderungen über Abbrandbemessung, klar organisierte Fluchtwege und gekapselte Konstruktionen in den Treppenhäusern. Brandschutzschürzen verhindern Feuerüberschlag über die Fassade.
Die Konstruktion ermöglicht hohe Vorfertigung, kurze Bauzeiten und präzise Umsetzung. Sie unterstützt einen effizienten Materialeinsatz und erleichtert den Rückbau. So entsteht ein robustes, anpassungsfähiges Schulgebäude, das den Anforderungen moderner Lernformen gerecht wird und langfristig weiterentwickelt werden kann.
Die Details zum Wettbewerbsdossier sind nachfolgend als PDF einsehbar